Eine Familie von Töpfern
Ich wurde in Shigaraki, Stadt Koka, Präfektur Shiga, geboren und bin dort aufgewachsen. Diese Region ist berühmt für die Shigaraki-Keramik. Sie liegt weit entfernt vom Biwa-See, am südlichsten Zipfel der Präfektur, nahe der Grenze. Ich lebte dort bis zu meinem 18. Lebensjahr. Die Leute sagen, Hokkaido sei ländlich, aber im Vergleich zu Shigaraki ist Sapporo eine große Stadt. In Shigaraki fährt der Zug nur einmal pro Stunde; es liegt wirklich in den Bergen.
Es ist eine Stadt, die für ihre Keramik bekannt ist, und es scheint, als gäbe es dort mehr Tanuki-Figuren als Menschen. Meine Familie betreibt eine Töpferei, und sowohl mein Großvater als auch mein Vater sind Töpfer. Ich bin in einer Umgebung aufgewachsen, in der viele Menschen um mich herum Töpfer oder Künstler waren.
Als ich jung war, wollte ich eigentlich nicht Töpfer werden, weil es mir zu ländlich und altmodisch vorkam. Als ich jedoch in der Mittelschule war, stellte mein Vater einen Griff aus Ton her und klebte ihn an eine Heineken-Bierdose, die er als Kunstwerk präsentierte. Er fertigte ähnliche Stücke mit Budweiser und anderen Biermarken an und schuf so Bierkrüge. Ich erinnere mich, dass ich dachte: „Ist das Design?“ Es war ein anderer Ansatz als die traditionelle, handwerksorientierte Keramik, bei der man erwartet, wie andere das Werk wahrnehmen werden. Ich glaube, das war der Moment, in dem ich begann, mich dafür zu interessieren.

Der Umzug nach Hokkaido
Ich kam nach Hokkaido, ohne groß darüber nachzudenken – einfach aus jugendlichem Impuls. Es gibt diese subtile Rivalität zwischen Kansai (Mittel-Süd-Japan) und Tokio, daher wollte ich irgendwo anders hin als nach Tokio. Ich wollte weit weg, entweder in den Norden oder Süden. Das bedeutete, zwischen einem heißen oder kalten Klima zu wählen. Ich entschied mich für Hokkaido, weil das kalte Klima mir die Möglichkeit bot, Ski zu fahren. Ich hatte auch überlegt, ins Ausland zu gehen, aber letztendlich schrieb ich mich an der Fakultät für Internationale Kulturwissenschaften an der Tokai-Universität ein.
Die Aufnahmeprüfung fand in Osaka statt, sodass ich Hokkaido tatsächlich zum ersten Mal besuchte, als ich den Mietvertrag für meine Wohnung unterschrieb. Das war im Februar, mitten im Winter, und ich war schockiert, wie schnell die Taxis fuhren, selbst auf Schnee! Ich war sehr aufgeregt, in einer Stadt mit so viel Schnee zu leben.

Der Einstieg ins Design
In der Oberschule nahm ich an Kunstkursen teil und während der Universität gestaltete ich Menüs für den Friseursalon, den ich besuchte, oder Flyer für Club-Events meiner Freunde. Ich hatte schon in jungen Jahren den Wunsch, zu designen. Allerdings lag mein Fokus als Student mehr auf internationalen Erfahrungen, insbesondere einem Auslandsstudium in Schweden. Als ich im dritten Studienjahr anfing, mich nach einem Job umzusehen, gefiel mir der Gedanke nicht, bewertet zu werden und mich für ein einziges Unternehmen entscheiden zu müssen. Das war der Moment, in dem mir meine eigene Individualität bewusst wurde und ich beschloss, dass ich wirklich Design als Beruf ausprobieren wollte. Nach Recherchen schrieb ich mich an der renommierten Zohei Design-Fachschule in Sapporo ein, die von Kenichi Kuriyagawa gegründet wurde, der am Design der Sapporo-Olympiade beteiligt war.
Während der zweijährigen Ausbildung hatte ich das Gefühl, dass es nicht ausreichte, nur den Unterricht zu besuchen und Hausaufgaben zu machen. Also erstellte ich ein Portfolio, traf Leute und begann, kleine Aufträge zu übernehmen. In diesen zwei Jahren habe ich etwa 100 Projekte realisiert, von Flyern für Club-Events, Live-Shows bis hin zu Mailings für Bekleidungsgeschäfte und Salons.
Mein erster Job in einer Designfirma ergab sich, weil ein Art Director, der seine eigene Firma gründete, nachdem er bei der führenden Produktionsfirma in Sapporo gearbeitet hatte, Leute suchte. Ich wurde eingeladen, noch vor meinem Abschluss mitzumachen. Nach zweieinhalb Jahren in diesem Unternehmen machte ich mich mit 27 Jahren selbstständig. Ich hatte keine Kunden, als ich anfing, und trotz meiner begrenzten Erfahrung schrieb ich mutig „Art Director“ auf meine Visitenkarten. Anfangs war es hart, weil ich keine Aufträge hatte.

Arbeit, die das Leben der Kunden verändert
Das variiert von Fall zu Fall, aber bei Branding-Projekten beginne ich damit, den aktuellen Zustand des Unternehmens oder der Marke mit dem Kunden zu besprechen. Wir identifizieren die Probleme und überlegen gemeinsam, was getan werden muss. Es geht nicht zuerst um das Design; es geht darum, herauszufinden, was notwendig ist. Design ist ein mächtiges Werkzeug, um eine Marke zu verändern, und wenn man es richtig angeht, kann es erhebliche Auswirkungen auf die Ergebnisse haben. Das ist, was ich glaube.
Die Größe des Kunden oder Projekts ist nicht wichtig. Was mir wichtig ist, ist die enge Kommunikation mit dem Kunden und sicherzustellen, dass das Design den Endbenutzer erreicht. Was wirklich zählt, ist, ob es das Leben oder die Zukunft des Kunden verändern kann.
In der Werbung war es aufregend, mit großen Unternehmen zu arbeiten und Teil von riesigen Projekten mit vielen Beteiligten zu sein. Einmal durfte ich ein großes Feuerwerk veranstalten. Aber jetzt habe ich das Gefühl, dass ich das Leben der Menschen Stück für Stück mit meiner Arbeit verändere. Die Vorstellung, dass Design die Zukunft eines Menschen verbessern kann, ist unglaublich erfüllend.

Designen in Sapporo
Ich hatte ein starkes Verlangen, Design zu verfolgen, aber ich habe Tokio nicht gewählt. Vielleicht spielt der wettbewerbsorientierte Geist von Kansai eine Rolle, aber jetzt fühle ich, dass es in Orten wie Hokkaido etwas gibt, das Tokio nicht hat. Ich hatte in Betracht gezogen, nach Tokio zu ziehen, aber ich wurde von älteren Kollegen ermutigt, die in Sapporo erfolgreich waren, also beschloss ich zu bleiben. Ich hatte hier auch eine Gemeinschaft aufgebaut und fühlte, dass ich es schaffen könnte, ohne Hokkaido zu verlassen.
Es gibt ein Skigebiet nur 15 Minuten mit dem Auto vom Stadtzentrum entfernt, das Essen ist großartig und die Natur ist in der Nähe. Einige Freunde beginnen ihren Tag, indem sie eine Spur in unberührten Schnee ziehen, bevor sie irgendetwas anderes tun. Die Skifahrer hier sind nicht alle jung. Die Lebensqualität hier ist einfach anders – keine überfüllten Züge, keine Staus. Heutzutage finde ich es nicht mehr „cool“, ein überarbeiteter Designer zu sein, der in einem kleinen Büro eingesperrt ist und mit anderen konkurriert. Dieses Bild spricht mich einfach nicht mehr an.
Hier gibt es eine Art nordische Denkweise. Ein Freund fragte mich einmal: „Moment, du kannst nicht mit deiner Familie zu Abend essen? Das ist traurig.“ Diese Art von Work-Life-Balance erscheint mir nicht mehr erstrebenswert. Es bringt einen dazu, zu hinterfragen, ob es sich wirklich lohnt, sich zu überarbeiten. In Sapporo und Hokkaido kann ich einen großen Raum zum Arbeiten mieten, komfortabel leben und an meinen freien Tagen campen oder wandern gehen. Es ist unglaublich, eine Umgebung zu haben, in der solche Dinge ganz selbstverständlich sind.

Japón y Suecia
Estudié en el extranjero en Suecia durante mi primer y segundo año de universidad, y había muchas diferencias entre ambos países. Por ejemplo, en Suecia prácticamente no existen los "trabajadores pobres" (personas que trabajan pero cuyos ingresos están por debajo de la línea de pobreza debido a empleos de bajo salario), y todos mis amigos tenían un trabajo de 9 a 5 y mantenían un equilibrio entre su vida laboral y personal.
Las personas que tienen trabajos creativos, como diseñadores, trabajan relativamente largas horas, pero no se ven muchas personas trabajando de forma explotadora como es común en Japón.
La gente en Suecia y en el norte de Europa generalmente es relajada. "Riqueza" podría ser un término demasiado simple, pero hay un sentido básico de seguridad que se siente diferente. Su sistema de bienestar y sus estructuras sociales son robustas, lo que da a las personas una sensación de tranquilidad. Con una alta transparencia en su política y sistemas sociales, las personas entienden los altos impuestos y cómo se reinvierten en la sociedad. Todos pueden vivir cómodamente, y el gobierno está allí para apoyarlos cuando lo necesiten. Hay un verdadero sentido de justicia en ello.

El sueño de construir un hotel en Suecia
Mirando hacia el futuro, mi sueño es comprar una casa de verano antigua en una zona rural de Suecia y pasar allí dos meses al año. Necesitaría visitarla al menos dos veces al año para mantenerla. También planeo dar las llaves a mi personal y amigos para que la usen como casa de vacaciones.
En última instancia, quiero comprar un terreno de 10,000 tsubos (aproximadamente 8 acres) de naturaleza salvaje o montaña, construir una casa, crear una comunidad, cultivar cosechas y, eventualmente, abrir un hotel.
No se trata de abandonar mi trabajo actual para vivir aislado en las montañas, sino de crear algo que retroalimente mi trabajo y mi vida. El espacio de eventos y el café desconectado que gestiono ahora también están llenos de colaboraciones. Por ejemplo, el cuero del sofá fue hecho por un artesano local, y el diseño utiliza pallets enviados desde lejos. Casi todo aquí está hecho a mano por personas que conozco. Se trata de esas conexiones: convertir coincidencias y relaciones en algo tangible, y eso es lo que hace que este lugar (MEET. y PHYSICAL) sea tan perfecto.

Director, DP : Tetsuya Uesugi Assistant Director : Masashi Sogawa, Megumi Sunako Sound Mixing : Tsuyoshi Sakado
Ryo Ueda
Geboren in Shigaraki, Präfektur Shiga, leitet Ueda das kreative Kollektiv "COMMUNE" mit Sitz in Sapporo. Er unterstützt den Markenaufbau durch die Gestaltung von visuellen Identitäten für seine Kunden. Im Studio führt er auch eigene Projekte wie den Lifestyle-Shop "WONDERING" und den Coffee-Stand "YETI STANDING". Seit über einem Jahrzehnt verbringt Ueda jedes Jahr einen Monat in Schweden, um COMMUNE mit neuen Perspektiven und Inspirationen zu bereichern.